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  • Versicherungen sollen Zahnarztbesuche zahlen

    September 11th, 2015 in Krankenkassen News

    Ohne eine Zahnzusatzversicherung wird der Zahnarztbesuch schnell zu einer kostspieligen Angelegenheit. Eine einfache Zahnreinigung liegt bei 150 Franken. Für hochwertige Porzellan-Kronen fallen schnell einmal weit über 1000 Franken an. Bisher werden die Kosten meistens von den Patienten getragen. Aber für den Kunden teure Zahnbehandlungen könnten bald der Vergangenheit angehören. In mehreren Kantonen wird derzeit darüber nachgedacht, die Kosten auf die Krankenkassen umzulegen.

    Kosten für Zahnbehandlungen werden bisher kaum übernommen

    Wer in der Schweiz keinen umfangreichen Versicherungsschutz inklusive passender Zusatzversicherung hat, trägt die Kosten für teure Zahnbehandlungen meistens selbst. Die klassische Krankenversicherung finanziert die Behandlung lediglich in Ausnahmefällen wie bestimmten Unfällen oder Krankheiten. Die Basis dafür ist der Artikel 31 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung. Ihm zufolge die Grundversicherung beispielsweise, falls die zahnärztliche Behandlung „durch eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems bedingt ist“.

    Erhält eine Person Sozialhilfe, ist ebenfalls eine Kostenübernahme bei Zahnbehandlungen möglich. Wie das Magazin 20 Minuten berichtet, setzen sich Linksparteien in mehreren Kantonen nun dafür ein, den Versicherungsschutz im Bereich der Zahnbehandlungen für weitere Personen auszuweiten. Die Grundidee basiert auf einer eigenständigen Zahnarzt-Versicherung, die für die Behandlungskosten aufkommt. Unter anderen soll solch eine Versicherung regelmässige Kontrollen und Basisbehandlungen decken.

    Im vergangenen Jahr kam es in den Kantonen Waadt, Tessin und Winter zu ersten Diskussionen zum Thema. Ein erfolgreiches Volksbegehren wurde in Waadt vorgebracht. Aktuell ist zudem in Neuenburg eine Volksinitiative aktiv und kann bereits ausreichende Unterschriften vorlegen, um das Anliegen zur politischen Diskussion zu bringen. Die Forderung nach einem gleichberechtigten Zugang zu zahnärztlichen Behandlungen ist der Grundgedanke der Initiativen. Für die Finanzierung der zahnärztlichen Grundversorgung wird eine Lohnabgabe vorgeschlagen. Sie soll ein Prozent betragen und zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt werden.

    Teure Zahnbehandlungen überfordern nicht wenige Schweizer

    Laut Tessiner Initiativen haben 35% der Schweizer Probleme bei der Finanzierung von Zahnbehandlungen. Die Kosten sind für viele zu hoch, um einen regelmässigen Arztbesuch finanzieren zu können. Bea Heim, Gesundheitspolitikerin der SP, sieht den Vorschlag einer eigenständigen Versicherung jedoch als unausgereift. Wichtige Grundversorgungen werden bereits von den Krankenkassen übernommen. Präventive Kontrollbesuche sollten ihrer Meinung nach ebenfalls durch das allgemeine Krankenversicherungsgesetz und damit durch die bestehenden Krankenversicherungen getragen werden.

    Laut Bea Heim meiden nicht wenige Leute Zahnarztbesuche aus Angst vor hohen Kosten, wobei insbesondere junge Menschen mit einem geringen Einkommen häufig nicht zum Zahnarzt gehen. Auch für Kinder sollte es möglich sein, eine umfassende Prävention zu finanzieren. Bei kosmetischen Behandlungen wie dem Bleaching sieht sie dagegen keinen Versicherungsgrund. Als Bleaching bezeichnet man Massnahmen zur Aufhellung der Zähne. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Power-Bleaching, bei dem das Zahnfleisch mit einem gummiartigen Überzug geschützt wird, während der Arzt das Aufhellungsmittel auf die Zähne aufbringt.

    Kritische Stimmen von allen Seiten

    Das Vorhaben der Linksparteien wird von vielen Seiten als unrealistisch und sogar unsinnig bezeichnet. Margrit Kessler, Nationalrätin der GP, betont die Eigenverantwortung der Schweizer Bürger für ihre Zahnhygiene. Die allgemein gute Zahngesundheit im Land führt sie darauf zurück, dass Bürger aufgrund der hohen Kosten für Zahnbehandlungen besonders viel Wert auf Zahnhygiene legen. Ein erleichterter Zugang zu Zahnbehandlungen würde zu einer Verschlechterung der allgemeinen Zahngesundheit führen.

    Laut Bericht des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) liegen die Kosten für Zahnbehandlungen in der Schweiz bei über 3,5 Milliarden Franken pro Jahr, von denen 90 Prozent von den Patienten selbst bezahlt werden. Für den Rest bestehen Versicherungen, berichtet das SRF. Das kann im Einzelfall die Obligatorische Grundversicherung sein, daneben kommen passende Zusatzversicherungen infrage. Politiker und Experten des Gesundheitswesens befürchten durch eine Basisversicherung einen massiven Anstieg der Kosten. Laut Schätzung der Krankenkassen läge die Steigerung der Kosten um knapp 13%, was dann auch zu höheren Prämien für die Versicherten führen könnte.

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