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  • Sport bei Asthma: Was muss ich beachten?

    Januar 21st, 2016 in Krankenkassen News

    Sport und Asthma: „Passt das zusammen?“. Diese Frage hören Mediziner von Erkrankten immer wieder. Tatsächlich leiden Asthmatiker bei körperlicher Betätigung oft verstärkt unter dem sogenannten „Anstrengungsasthma“. Das ist allerdings keine direkte Folge des Asthmas, sondern entsteht unter anderem gerade durch das intensive Schonverhalten mancher Asthmatiker, die weitgehend oder gar komplett auf jede Art von Sport verzichten.

    Ein weiterer Faktor, der das Entstehen eines „Anstrengungsasthmas“ begünstigt, ist eine nicht optimale Einstellung des Patienten bei der medikamentösen Behandlung. In vielen Fällen liegt auch eine Kombination beider Ursachen vor.

    Sport als Therapie bei Asthma bronchiale

    Ein grundlegender Bewegungsmangel kann die Probleme eines Asthmatikers weiter fördern. Umgekehrt kann man langfristig eine deutliche Besserung des Gesundheitszustands erreichen, wenn der Patient regelmässig trainiert. Das haben wissenschaftliche Studien erwiesen. Selbstverständlich ist hier allerdings nicht von sportlichen Höchstleistungen die Rede. Stattdessen muss man den Körper nach und nach den Trainingsverhältnissen und der eigenen Kondition anpassen.

    Bei richtiger Trainingsweise stärkt der Sport das Immunsystem sowie die Atemmuskulatur und die Lungenfunktion des Asthmatikers. Er erhöht zudem seine Ausdauer und die Belastbarkeit. Infolgedessen lässt die unerwünschte Abwehrreaktion während des Sports, also das sogenannte „Anstrengungsasthma“, immer mehr nach.

    Für einen Asthmatiker eignet sich insbesondere ein leichtes Ausdauertraining wie Walking, Ergometer- bzw. Radfahren, Schwimmen oder Joggen. Es empfiehlt sich, drei- bis fünfmal pro Woche jeweils 30 Minuten zu trainieren. Mehr Spass macht das Training oft in einer Gruppe. Hierfür gibt es informelle Gruppen, aber auch Vereine und Gruppen mit professioneller Anleitung. Hat man eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen, beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten für diverse Sportarten oder an den Beiträgen fürs Fitnessstudio.

    Wichtige Regeln für das Training

    Vor einer sportlichen Aktivität sollte man als Asthmatiker erst einmal den zuständigen Facharzt kontaktieren. Der Pneumologe führt eine gründliche Untersuchung des Leistungszustands mithilfe eines ergometrischen Belastungstests durch. Darüber hinaus kann er die Medikation im Vorfeld optimieren sowie dem Patienten Tipps geben, worauf dieser beim Trainieren besonders achten muss.

    Überforderungen vermeiden

    Die Ergebnisse des Belastungstests helfen dem Trainierenden und/oder seinem Trainer und seinem Therapeuten dabei, einen individuell auf den Asthmatiker zugeschnittenen Trainingsplan zu erstellen. Asthmatiker sollten nämlich ganz besonders darauf achten, dass sie sich beim Sport nicht überfordern.

    Für einen Asthma-Patienten ist es deshalb so wichtig, beim Sport eine zu plötzlich einsetzende starke Belastung zu vermeiden, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass die Bronchien sich verengen. Daher ist Aufwärmen am Anfang jeder Trainingseinheit ein Pflichtprogramm. Darüber hinaus ist es unbedingt erforderlich, dass der Patient seine Aktivitäten sowohl seinem Gesundheitszustand als auch seinem Leistungsstand anpasst. Das Trainingspensum kann bei gestiegener Leistungsfähigkeit später immer noch sukzessive erhöht werden.

    Peak-Flow messen

    Vor den Trainingseinheiten sollte man jeweils den Peak-Flow ermitteln. Als Peak-Flow wird der zu Beginn des Ausatmens wahrnehmbare Luftstrom bezeichnet. Er lässt sich mit einem sogenannten Peak-Flow-Meter messen und nur, wenn der Peak-Flow-Wert im grünen Bereich liegt, ist man wirklich bereit für das Work-out.

    Nicht nur Vorsorgemassnahmen sind wichtig. Asthmatiker sollten beim Training auch das Notfallspray stets griffbereit haben. Kommt es bisweilen zum Anstrengungsasthma, sollte der Asthmatiker zusätzlich jeweils etwa 10 bis 15 Minuten vor seinen sportlichen Aktivitäten mit Asthmaspray inhalieren. Und wer auf Nummer „Sicher“ gehen will, ist wiederum mit einem oder mehreren Trainingspartner/n gut beraten. In Gesellschaft macht Sport nicht nur mehr Spass: Im Notfall ist auch immer ein Helfer zur Stelle.

    Outdoor-Sport sollte man bisweilen vermeiden

    Bei entsprechendem Pollenflug oder Temperaturen unter vier Grad Celsius sollte ein Asthma-Patient Outdoor-Sport vermeiden, um die Atemwege nicht übermässig zu reizen. Kalte oder pollenbelastete Luft kann zu einer Verengung der Bronchien und somit zu einem Asthma-Anfall führen. Bei derart ungünstigen Bedingungen ist es deshalb besser, das Training in ein Fitnessstudio oder eine Sporthalle zu verlegen.

    Nicht abschrecken lassen!

    Asthmatiker sollten sich nicht dadurch abschrecken lassen, dass das Prozedere einer sportlichen Aktivität am Anfang etwas umständlich erscheinen mag. Bei regelmässiger Durchführung hat man sich schnell an die Vorsichtsmassnahmen gewöhnt und der Umgang mit der Krankheit bei sportlicher Betätigung wird rasch zum Routineprogramm. Der Spass am Sport, ein gestärktes Immunsystem und ein besseres Wohlbefinden sind der Lohn und die Mühe sicherlich wert.

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