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  • Kein Arztbesuch, weil … zu teuer?

    April 13th, 2013 in Krankenkassen News

    14,5 Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 74 Jahren verzichten im Kanton Genf aus ökonomischen Gründen auf medizinische Leistungen. Das ergab eine in der Fachzeitschrift Swiss Medical Weekly bereits 2011 veröffentlichte Untersuchung. CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer nahm sie jetzt zum Anlass für einen Vorstoss, in dem der Bundesrat beauftragt wird, „die Auswirkung der Franchise auf die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen“ zu prüfen.

    Verzicht auf Arztbesuch kann böse Folgen haben

    In der Zeitung „Blick“ bezeichnete Barbara Schmid-Federer die Ergebnisse der Studie aus Genf als sehr problematisch. Ein Verzicht auf notwendige Behandlungen im Frühstadium einer Krankheit könne zu massiven Folgekosten führen, wird sie weiter zitiert. Aus diesem Grund möchte Schmid-Federer den Bundesrat mit ihrem am 22. März 2013 im Nationalrat eingereichten Postulat jetzt insbesondere prüfen lassen:

    1. ob die Höhe der Franchise aus Prämienspargründen so gewählt wird, dass diese für Versicherte nicht tragbar ist und so zu einem Verzicht auf Leistungen führt?

    2. ob neben den tiefsten Einkommensklassen auch Familien der Mittelklasse mit zwei oder mehr Kindern oder mit unterstützungsbedürftigen Angehörigen wegen der höheren Franchise auf medizinische Leistungen verzichten?

    3. ob allenfalls ein Systemwechsel denkbar ist, welcher die Höhe der Franchise aufgrund des steuerbaren Einkommens oder der Anzahl unterstützungsbedürftiger Angehöriger einer Familie festlegt?

    Neben dem rein finanziellen Aspekt (mögliche Folgekosten) hat der mögliche Verzicht auf notwendige Arztbesuche natürlich auch noch einen medizinischen. Versäumt man frühzeitige und eigentlich notwendige Arztbesuche aus finanziellen Gründen, kann sich eine unbehandelte Krankheit weiter ausbreiten und/oder verschlimmern, sodass sie chronisch wird und dass manch eine Krankheit im ungünstigsten Fall auch zum Tode führen kann.

    Man darf gespannt sein, ob es nach dem Postulat zukünftig irgendwann allgemeine Zahlen aus der gesamten Schweiz zur Nichtinanspruchnahme medizinischer Leistungen geben wird und was bei einer möglichen schweizweiten Studie herauskommt. Die Zahlen, die solch eine Studie erhebt, können, müssen aber nicht unbedingt den 2011 erhobenen Zahlen aus dem Kanton Genf ähneln.

    Krankenkassenwechsel kann finanzielle Belastung senken

    Möglicherweise führt der Vorstoss der Nationalrätin mittel- oder langfristig tatsächlich zu einem Systemwechsel. Auch wenn Zahlen für die Gesamtschweiz fehlen, kann als wahrscheinlich angenommen werden, dass sich danach nicht nur im Kanton Genf manch ein Versicherter dazu entscheiden würde, zum Arzt zu gehen, obwohl er vor dem Systemwechsel aus finanziellen Gründen auf einen Arztbesuch verzichtet hätte. Aber die Aussicht auf einen möglichen (!) Systemwechsel hilft einem Versicherten aktuell natürlich wenig, wenn Franchise und Selbstbehalt ihn wirklich von einem Arztbesuch abhalten. Durchaus helfen kann es jedoch bereits jetzt, bei nächster Gelegenheit einmal über einen Krankenkassenwechsel nachzudenken. Hierdurch ergibt sich oftmals grosses Einsparpotenzial. Und wer dann zumindest einen Teil des eingesparten Gelds zurücklegt, um auf mögliche Arztkosten vorbereitet zu sein, dürfte zukünftig weniger oft (oder vielleicht gar nicht) Arztbesuche schwänzen, die eigentlich nötig wären.

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