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  • Hilfe aus der Natur: Heilpflanzen und ihre Wirkung

    Februar 16th, 2016 in Krankenkassen News

    Nachtkerze – Oenothera biennis

    Die gemeine Nachtkerze gehört zu den Heilpflanzen, die auch in der Schweiz genutzt werden. Sie wirkt entzündungshemmend, beruhigend sowie adstringierend (zusammenziehend) und wird daher überwiegend für die Behandlung von Hautkrankheiten und Hautentzündungen eingesetzt. Aufgrund ihres entzündungshemmenden, verdauungsstärkenden und krampflösenden Effekts kann die Pflanze darüber hinaus rheumatische Beschwerden lindern und bei Darmproblemen wie dem Reizdarm-Syndrom helfen.

    Medizinisch wirksam ist das Öl

    Als medizinisch wirksame Teile der Heilpflanze verwendet man das aus dem Samen gewonnene Nachtkerzenöl (Oenothera biennis oleum). Für die therapeutische Behandlung ist insbesondere die γ-Linolensäure von Bedeutung, die in einer Konzentration von ca. 8% bis 14% im Nachtkerzenöl enthalten ist. Zu etwa 60% bis 80% besteht das Öl der Nachtkerzensamen aus Linolsäure.

    Ursprünglich kommt die Nachtkerze aus Nordamerika. Sie ist aber inzwischen auch in Europa und Asien weit verbreitet. Da sie vor allem auf einem eher trockenen und kalkhaltigen Untergrund gedeiht, findet man sie häufig am Wegesrand, in Kiesgruben oder in der Umgebung von Steinbrüchen.

    Geschichte der Nutzung der Nachtkerze als Heilpflanze

    Bereits bei den nordamerikanischen Indianervölkern waren die Samen der Nachtkerze ein traditionell angewandtes Heilmittel gegen Hautkrankheiten, Erkältungserscheinungen und Frauenleiden. Den Weg nach Europa fand die Pflanze allerdings erst im 17. Jahrhundert, wo sie zunächst als Zierpflanze gehandelt wurde, sich aber rasch auch durch Wildwuchs verbreitete.

    Der Name „Oenothera“ wird bereits vom antiken Schriftsteller Plinius verwendet. Mit der Bezeichnung war damals jedoch wahrscheinlich das dem Heilkraut eng verwandte Weidenröschen gemeint, da die Nachtkerze den europäischen Raum im Altertum noch nicht besiedelt hat.

    Der botanische Name leitet sich aus den altgriechischen Bezeichnungen „oinos“ für Wein und „ther“ für Tier ab sowie aus dem lateinischen Wort „biennis“ (zweijährig). Die der Nachtkerze verwandten Nachtschattengewächse wurden nämlich gerne als Speise zum Wein gereicht. Zudem verbreitete man in alten Zeiten den Mythos, dass man mit der Verbindung von Wein und der damals als „Oenothera“ bezeichneten Pflanzengattung wilde Tiere zähmen konnte.

    Die deutsche Bezeichnung Nachtkerze ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich die leuchtend gelben Blüten der Pflanze abends öffnen, woraufhin sie dann über die Nacht hinweg – oft nur bis zum Mittag oder frühen Nachmittag – blühen.

    Anwendung der Nachtkerze

    Wie auch viele andere Heilpflanzen kann man die Nachtkerze innerlich wie äusserlich anwenden.

    Innerliche Anwendung der Nachtkerze

    γ-Linolensäure ist eine sogenannte essentielle Fettsäure. Das bedeutet, dass sie für diverse Körperfunktionen unentbehrlich ist, ohne dass sie vom Körper selbst hergestellt werden kann. Wenn der Umwandlungsprozess von Linolsäure in γ-Linolensäure gestört ist, kann das eine der Ursachen von Neurodermitis und verschiedener anderer Hautkrankheiten sein.

    Für solch eine Störung ist vermutlich das Fehlen eines bestimmten Enzyms verantwortlich. Aus diesem Grund kommt Nachtkerzenöl bei innerlicher Anwendung in erster Linie zur Therapie von Hautkrankheiten zum Einsatz und zeigt beispielsweise gute Ergebnisse bei der Behandlung von Neurodermitis und Psoriasis. Doch auch rheumatische Erkrankungen können durch die orale Einnahme des Pflanzenöls gelindert werden. Darüber hinaus können die entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften des Nachtkerzenöls auch bei einem Reizdarm effektive Hilfe verschaffen.

    Äusserliche Anwendung der Nachtkerze

    Nachtkerzenöl kann auch äusserlich für die Therapie von Hautkrankheiten eingesetzt werden, indem das Öl einfach auf die zu behandelnden Areale aufgetragen wird. Die essentiellen Fettsäuren lindern Rötungen sowie schuppende und juckende Stellen und unterstützen den Heilungsprozess der entzündeten Haut. So ist die äusserliche Anwendung der Heilpflanze ideal als unterstützende Therapie von Hautkrankheiten.

    Warnhinweis

    In seltenen Fällen kann es bei der Einnahme des Öls zu Unverträglichkeiten wie Übelkeit, Durchfall oder Ekzemen kommen. Bei Epilepsie sollte man auf die Einnahme von Nachtkerzenöl verzichten, da eine unerwünschte Wechselwirkung mit den Medikamenten für Epileptiker nicht ausgeschlossen werden kann. In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte man sich vor Anwendung von Nachtkerzenöl mit dem Arzt besprechen.

    Medizinische Therapie

    In der therapeutischen Praxis nennt man die Therapie mit Heilpflanzen auch Phytotherapie. Sie gehört zu den wenigen komplementärmedizinischen Massnahmen, deren Kosten die Grundversicherung in der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt. Für viele der andere alternativmedizinische Therapien erhält man von der Krankenkasse dagegen nur dann einen Zuschuss, wenn man über eine entsprechende Zusatzversicherung verfügt. Wer häufiger alternativmedizinische Therapien wählt, sollte daher über den Abschluss solch einer Versicherung nachdenken.

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