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  • Burnout: Diagnose „Ausgebrannt“

    Februar 24th, 2016 in Krankenkassen News

    Ausgebrannt! So fühlen sich immer mehr berufstätige Menschen. Dann ist oft schnell von „Burnout“ die Rede. Aber was ist das eigentlich, wie kann ein Burnout entstehen und was kann man gegen ihn tun? Soviel vorab: Oft reicht eine ambulante Therapie. Aber keineswegs immer.

    Burnout: Zahlen und Fakten

    Ein Drittel aller Erwerbstätigen in der Schweiz fühlt sich häufig oder sehr häufig im Beruf gestresst. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bern im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz. Für sie hat man 2014 unter anderem die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit von Berufstätigen in der Schweiz untersucht. Ganze 24,8 Prozent, also knapp ein Viertel, aller arbeitenden Personen gaben dabei sogar an, beruflich unter übermässiger Belastung zu stehen. Sie liegen damit im kritischen Bereich des durch die Studie ermittelten Job-Stress-Indexes.

    Stress nimmt in der Arbeitswelt zu

    Die Arbeitsbedingungen unserer leistungsorientierten Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren enorm verändert. Die Anforderungen an Berufstätige wachsen stetig und verursachen damit oft auch eine ständige Anspannung. Von manchen ArbeitnehmerInnen wird mittlerweile erwartet, ständig übers Smartphone erreichbar zu sein. Sie bekommen immer mehr Verantwortung aufgebürdet und ihr Zeitdruck erhöht sich.

    Bisweilen herrscht auch ein schlechtes Betriebsklima oder man muss gar um seinen Arbeitsplatz bangen, was ebenfalls Druck erzeugt. Das sind nur einige der kräftezehrenden Bedingungen, denen man sich in der Arbeitswelt ständig oder häufig stellen muss. Innerhalb von 10 Jahren stieg die daraus resultierende Stressrate der Erwerbstätigen in der Schweiz um ca. 30 Prozent an. Für einige Stressgeplagte kann diese Strapaze in einem Burnout enden.

    Was ist Burnout und wie kommt es dazu?

    Dem extremen Druck der Arbeitswelt ist nicht jeder gleich gut gewachsen. Jeder besitzt hier seine persönliche Belastungsgrenze. Und selbst starke Charaktere wirft eine extreme Dauerbelastung oft irgendwann einmal aus der Bahn.

    Überschreitet man das psychische und physische Limit über eine längere Zeit hinweg, kann es dazu kommen, dass man sich völlig ausgelaugt fühlt und auf einen Burnout zusteuert. Das gilt insbesondere dann, wenn man auf ausreichende Erholungsphasen und Ausgleichsaktivitäten auf Dauer verzichtet. So etwas führt im schlimmsten Fall zu einem Zusammenbruch. Plötzlich fühlt man sich ganz leer, ausgepowert und nichts geht mehr: Man ist also völlig ausgebrannt.

    Symptome eines Burnouts

    Leidet man unter einem Burnout, fühlt man sich chronisch erschöpft und ist nicht mehr leistungsfähig. Die Lebensfreude nimmt immer mehr ab. Man ist frustriert, spürt eine innere Leere und sieht keine Perspektive mehr. Hinzu kommen meistens Konzentrations- und Schlafstörungen und in manchen Fällen auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder andere Krankheiten. Das Gefühl der chronischen Überforderung führt darüber hinaus häufig zum Rückzug aus dem sozialen Leben. Die Betroffenen wenden sich von Freunden und Familienmitgliedern immer mehr ab.

    Burnout kann nicht nur durchs Arbeitsleben drohen

    Stress in der Arbeitswelt gilt als einer der bedeutendsten Faktoren, die zu einem Burnout führen können. Allerdings ist diese Form des psychischem Zusammenbruchs keineswegs immer auf Bedingungen am Arbeitsplatz zurückzuführen. Burnout ist ein komplexeres Thema und weit mehr als nur eine „Manager-Krankheit“.  Probleme im Privatleben können den Stresslevel einer Person ebenfalls deutlich hochschrauben und am Entstehen eines Burnouts beteiligt sein. Generell tendieren vor allem Menschen mit zu hohen Ansprüchen an sich selbst zur Entwicklung eines Burnouts.

    Burnout: Vorbeugung und Therapie

    Damit es erst gar nicht zu einem Burnout kommt, sollte man einer zu hohen Stressbelastung rechtzeitig vorbeugen. Das bedeutet: Hat man bereits erkannt, dass die Arbeitsbelastung überhand genommen hat, sollte man dieser Entwicklung umgehend entgegensteuern und für einen Ausgleich sorgen.

    Genügend Schlaf, Sport oder Spaziergänge an der frischen Luft, Hobbys, Wellness-Programme und Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training sind wichtige Mittel für eine erfolgreiche Stressbekämpfung. Ausserdem sollte man auf regelmässige Pflege sozialer Kontakte Wert legen, da sie positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit haben.

    Ist es bereits zu einem Burnout gekommen, benötigt der Betroffene professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie, bei der er unter anderem Methoden zur Stressbewältigung sowie Entspannungstechniken erlernt. In den meisten Fällen geschieht das durch eine ambulante Behandlung, deren Kosten für gewöhnlich von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen werden. Der Vorteil einer ambulanten Therapie: Der Betroffene bleibt in seinem Umfeld und kann die erlernten Methoden direkt in seinen Alltag einbauen.

    Es besteht aber auch die Möglichkeit  einer stationären Therapie mit einem Kuraufenthalt in einer Erholungs-Klinik. Das hat den Vorteil, dass der Betroffene zwischenzeitlich komplett abschaltet und sich oftmals wie im Urlaub erholt. Die Krankenkasse zahlt die Kosten für die stationäre Behandlung aber in der Regel nur bei sehr schweren Fällen, z.B. wenn der Patient nach seinem Zusammenbruch den Alltag nicht mehr alleine bewältigen kann oder wenn er unter starken körperlichen Erkrankungen leidet.

    In anderen Fällen haben meistens nur Privatversicherte oder Patienten, die eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen haben, eine Chance auf Kostenübernahme bei stationären Therapien.

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